Sanierung von drei kleinen Wohngebäuden in Hofheim
Großelement-Dämmtechnik mit Vakuumdämmung
Die Hofheimer Wohnungsbau GmbH führte in den Jahren 2005/2006 umfangreiche Modernisierungs-Maßnahmen an drei kleinen fast baugleichen Mehrfamilienhäusern in Hofheim am Taunus durch.
Dieses Vorhaben wurde durch ein umfangreiches, gegenwärtig noch laufendes Forschungsprojekt begleitet, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über den Projektträger Jülich (PTJ) und vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert und vom Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt, koordiniert wird. Weitere Partner sind neben dem Bauherrn die Planungsgruppe Drei, Nieder-Ramstadt, das Ingenieurbüro Gathmann Reyer und Teilhaber, Bochum, die Variotec Sandwichelemente GmbH, Neumarkt, das Insitut für Fenstertechnik, Rosenheim, und das Ingenieurbüro Energie & Haus, Darmstadt.
Das Forschungsvorhaben insgesamt wird vor allem durch zwei inhaltliche Schwerpunkte bestimmt:
- Es wurde ein neues Konzept für den Fassaden-Wärmeschutz durch großformatige, vorgefertigte Dämmelemente (Großelement-Dämmtechnik – GEDT) in Verbindung mit Vakuumisolationspaneelen (VIP) entwickelt und angewendet.
- An den drei Gebäuden wurden unterschiedlich weitgehende Energiesparmaßnahmen realisiert. Dies sind der Neubaustandard nach Energieeinsparverordnung sowie der Energiesparhaus-60- und Energiesparhaus-40-Standard gemäß den von der Förderbank KfW bei der Neubauförderung angewendeten Definitionen. Da es sich um drei fast baugleiche Gebäude handelt, lässt sich ein direkter Vergleich der energetischen Qualitätsniveaus durchführen.
Die drei freistehenden Gebäude in der Wilhelmstraße in Hofheim am Taunus wurden 1927 baugleich in doppelschaliger Massivbauweise erstellt und sind voll unterkellert. Die Erschließung erfolgt über ein zentrales Treppenhaus auf der Westseite. Erdgeschoss und Obergeschoss sind als Wohnungen mit jeweils ca. 77 m² Nettogrundfläche ausgebildet. Der Dachraum war teilweise als beheizter Wohnraum sowie als Abstellfläche und Trockenboden genutzt. Das Dach war als Walmdach in Holzkonstruktion mit Biberschwanzdeckung ausgebildet. Anfang der 1980er Jahre wurden die Häuser ein erstes Mal saniert. Ihre Fassaden wurden im Erd- und Obergeschoss mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aus 4 cm dickem Polystyrol versehen, die alten Holzfenster wurden durch Kunststofffenster ersetzt.
Im Zuge der jetzt durchgeführten Modernisierung wurden, jeweils abhängig vom angestrebten Energiesparstandard, folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Außenwände (WDVS) 8–24 cm Dämmung (inkl. 4 cm vorhandenes WDVS)
- Außenwände straßenseitig: GEDT mit Vakuumdämmung (nach Entfernung des vorhandenen WDVS)
- Neue Dächer, 18–30 cm Dämmung
- Kellerdecken: 4–6 cm Dämmung
- 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung (GEDT: 3-Scheiben-Passivhausfenster)
- Nahwärmeversorgung über Holzpelletkessel (Heizzentrale in einem der Gebäudekeller) Entwurf, August 2007
Der vorliegende Bericht behandelt das Teilprojekt Großelement-Dämmtechnik (GEDT) mit Vakuumdämmung. Die weiteren Aspekte des Modernisierungsvorhabens werden in einem separaten Bericht dargestellt. Die baulichen Maßnahmen an den Gebäuden sind inzwischen abgeschlossen. Das Forschungsprojekt, das u. a. ein ausführliches Messprogramm über zwei Heizperioden beinhaltet, läuft bis zum Frühjahr 2008.
Sie können hier den Abschlussbericht als PDF-Download herunterladen (ca. 9,1 MB).
BINE-Info 08/04: Gebäude sanieren mit hochdämmenden Großelemente (PDF, 0,5 MB)
